Wie lebt es sich in einer Welt, in der einem magische Figuren zu Hilfe eilen?
Sprechende Tauben, eine Fee, ein gestiefelter Kater bemühen sich,
um ihre Schützlinge zum Erfolg zu bringen:
Es wird gnadenlos geflunkert, gezaubert. Vergeblich?
Cinderellas Wahl
Cinderella liebt den Prinzen.
Oder bildet sie sich das nur ein?
Was ist mit Tim, dem Stallburschen?
Er war ihr treuester Freund in all den Jahren,
als sie zu leiden hatte unter den Schikanen
von ihrer Stiefmutter und ihren
zwei Stiefschwestern.
Leon, der gestiefelte Kater
Wie kann ein Müllersbursche eine Prinzessin
erobern? Braucht er ein Schloss dafür, einen
Grafen-Titel, die Begabung eines Hofmalers
oder ist sein größter Trumpf:
Leon, der gestiefelte Kater?
Cinderella füttert die Tauben. Cinderella: »Ich brauche Rat, habt
ihr nicht welchen für mich? Eine Taube sagt: »Gurr, Gurr.«
Cinderella: »Das könnte ich machen. Du meinst, ich sollte einen
Prinzen heiraten und meiner entzückenden Stiefmutter den Rücken
kehren, alles hinter mir lassen und in einem wunderschönen Schloss
neu anfangen. Gute Idee. Die nächste Gelegenheit für solche Tat
wäre der Schlossball. Der König lädt aber nur vornehme Damen ein.
Ich gehöre wohl nicht dazu. Ich hätte ja nicht einmal ein Kleid, was
ich anziehen könnte. Ich trage nur Lumpen. Damit bekomme ich garantiert
keinen Einlass. Nicht einmal zum Hintereingang.«
Eine Taube schaut sie an, legt den Kopf schief und sagt: »Gurr,
Gurr.«
Cinderella: »Ich könnte mir etwas Passendes stehlen bei meinen
Stiefschwestern. Ich müsste mir deren Kleider passend schneidern.
Denn sie sind beide sehr viel dicker als ich. Kein Wunder, ich bekomme
ja auch fast gar nichts zum Essen.«
Eine Taube schiebt ihr einen großen Brotkrumen zu. Cinderella:
»Nein, Nein, der ist für dich. Wenn meine Stiefmutter auch so großzügig
wäre wie du und mir so wohlgesinnt, dann wäre mein Leben
schön. So aber ist es fatal. Wie konnte mein Vater diese unmögliche
Frau heiraten?«
Ihre Stiefmutter Griselda ist aus der Haustür gekommen und steht
nun hinter Cinderella. Griselda: »Soso, ich bin eine unmögliche Frau.
Du siehst die Dinge verkehrt: Du bist unmöglich. Beschwerst dich bei
Tauben über dein Leben. Sollen sie dir etwa raten und Empfehlungen
geben? Nichts kannst du verändern. Gekettet bist du an dieses Leben
wie ein Hofhund an seine Hundekette. Erfülle deine Aufgaben mit
Sorgfalt und stelle dich nicht immerfort so ungeschickt an.«
Cinderella: »Wuff, Wuff.«
Griselda: »Ich hätte dich davonjagen sollen. Doch weil ich ein
gutes Herz habe, durftest du mich und meine beiden Töchter bedienen.
Leider war das ein Fehler. Ungeschickt bist du und immer
dreckig.«
Cinderella: »Kein Wunder wenn ich bei der Asche schlafen muss
beim Herd.«
Griselda: »Möchtest Du lieber ein Federbett haben mit einem
Baldachin darüber? Nun, wenn der Prinz dich heiratet, mag es so
sein. Doch bis dahin, wird weiter in der Asche geschlafen. Dort ist
dein Platz. Ich meine es doch nur gut mit dir. Sonst kämst du nur
auf hochfahrende Gedanken und träumst von einem Dasein, was dir
nicht angemessen ist. Zu wissen, wo jemandes Platz ist, das ist wichtig.
Zu wissen, wo man hingehört.«
Cinderella: »Meinem Vater gehörte dieser Gutshof. Es war mein
Erbe. Hinausgedrängt aus meinem Erbe hast du mich.«
Griselda: »Verklage mich doch bei deinen Tauben. Bei ihnen wirst
du Gehör finden. Bei wem sonst?«
Eine Taube sagt: »Du bist ein Biest.«
Griselda schlägt sich die Hand vor den Mund und starrt die Taube
an. Griselda: »Die Taube kann sprechen? Das warst doch gewiss du
mit einem deiner Tricks. Dass du mir ja keinen Streich wieder spielst.
Übel würde es dir bekommen.«
Die Taube sagt: »Cinderella ist unschuldig. Ich spreche ohne Tricks.
Tauben sind ehrlich und ohne Falsch. Ganz anders als du.«
Griselda: »Cinderella, höre sofort auf mit diesen Albernheiten
und sage nicht so ungezogene Sachen zu mir mittels dieser Taube.
Sonst jage ich dich hinfort und …«
Die Taube fliegt hoch und fliegt Griselda ins Gesicht. Griselda
springt zurück und fällt hin. Griselda ruft: »Zu Hilfe, eine Taube fällt
mich an.«
Aus dem Haus ist eine Stimme zu hören. Es ist ihre Tochter Jasmin,
die ruft: »Habe ich richtig gehört, Mutter? Eine Taube fällt dich
an? Das kann doch wohl nicht sein. Du meinst Hector, den Nachbarhund.
«
Griselda: »Wenn ich Taube sage, meine ich auch Taube. Ich weiß
doch einen Hund von einer Taube zu unterscheiden. Die Taube sagt:
»Wuff, Wuff.«
Jasmin: »Ich habe aber ganz deutlich ein Bellen gehört. Warte, ich
komme raus. Ich bringe den Besen mit, um dich zu verteidigen – egal
ob gegen gefährliche Tauben oder zahme Hofhunde.«
Griselda: »Mache dich nicht lustig über mich, sonst schläfst du
auch bei der Asche.«
Cinderella: »Darf ich dann in Jasmins Bett schlafen? Eine Nacht in
Daunenfedern, das wäre wunderbar.«
Griselda steht vom Boden auf und wedelt mit ihren Armen, um
die Taube zu verscheuchen. Griselda: »Dass du dich an Zartheit und
kostbare Bettwäsche gewöhnst? Auf keinen Fall. Zur Strafe zerreiße
ich deine Einladungskarte zum Schlossball. Der König oder der Prinz
hat dir unerklärlicherweise eine geschickt. Das ist doch völlig
lächerlich.
Das muss ein Versehen gewesen sein.«
Griselda nimmt die Einladungskarte aus ihrer Kleidertasche und
betrachtet sie genauer. Griselda: »Es steht dein Name darauf:
‚Cinderella‘.
Hat du etwa den Prinzen verhext? Das darfst du nicht.«
Jasmin kommt aus dem Haus mit einem langen Besen. Cinderella:
»Ah, da bringst Du mir ja meinen Flugbesen. Als Hexe brauche ich
solche Utensilien.«
Jasmin: »Woher kennt Cinderella solche schwierigen Worte? Sie
hat doch nie Unterricht bekommne. Dafür haben wir gesorgt. – Wo
ist die gefährliche Taube?«
Die Taube fliegt auf die Schulter von Jasmin. Jasmin: »Die sieht
doch harmlos aus. Keine großen Zähne, keine Adlerklauen. Und die
hat dich angefallen, liebste Mama?«
Griselda: »Die verstellt sich. Mit der ist nicht zu spaßen. Am besten,
ich mache aus ihr einen schönen Braten: Taube mit Obstfüllung
und Weißwein.«
Die Taube sagt: »Igitt. Da kenne ich ein besseres Rezept aus Frankreich:
Stiefmutter und Stiefschwester in Taubendreck.«
Die Taube macht eine große Portion auf des Kleid von Jasmin.
Die anderen Tauben fliegen hoch und auch sie bekleckern mit großen,
weißen Klecksen die Kleider von Griselda und Jasmin. Griselda:
»Rufe deine Tauben zurück! Die sind dressiert, scheint mir. Was du
da wagst, ist ungeheuerlich. Da werde ich lange über ein Strafe für
dich nachdenken müssen. Immer diese Mühe. Nur Arbeit hat man
mit dir, Cinderella.«
Eine der Tauben schnappt sich die Einladungskarte von Griselda
und fliegt damit davon. Griselda läuft der Taube nach und ruft ihr
hinterher: »Das ist nicht deine Einladung. Bei Fuß. Komm zurück.«
Jasmin: »Mutter, das sind keine Hunde. Die musst du anders
kommandieren. Die hören nur darauf, was der Besen ihnen zu sagen
hat.«
Jasmin schwingt ihren Besen hin und her und versucht die Tauben
zu treffen. Cinderella. »Schnell, meine Tauben fliegt hoch und
rettet euch. Wir besprechen uns nachher weiter. Habt Dank für eure
Hilfe. Doch bringt euch nicht in Gefahr.«
Cinderella stellt sich schützend vor die Tauben. Jasmin haut Cinderella
den Besen vor die Brust. Cinderella packt den Besen und reißt
ihn Jasmin aus der Hand. Sie schwingt den Besen wie ein Schwert
und attackiert Jasmin. Jasmin ruft: »Schwester zu Hilfe. Jessica, wo
bist Du.«
Aus dem Haus ertönt eine Stimme. Ihre Schwester Jessica ruft:
»Ich backe Kuchen für den Prinzen. Störe mich nicht.«
Jasmin: »Ich werde angegriffen von meinem eigenen Besen und
von Tauben.«
Jessica ruft: »Du bist verwirrt. Zu viel Sonnenlicht. Du hast dich
heute zu lange gesonnt. Arbeite lieber. Mache auch was Feines für
den Prinzen, so wie ich. Wir haben gute Chancen, dass er uns in die
engere Wahl zieht. Stell Dir vor: Prinzessinnen.«
Jasmin: »Das kann nur eine schaffen. Es gibt nur einen Prinzen.
Und den schnappe ich mir.«
Jasmin schnappt sich den Besen und will ihn Cinderella aus der
Hand reißen. Cinderella lässt plötzlich los und Jasmin fällt rückwärts
hin. Jessica kommt aus dem Haus. Sie hat die Hände voller
Kuchenteig. Sie reicht ihrer Schwester Jasmin eine Hand und will
ihr beim Aufstehen helfen. Jasmin greift in ihre klebrige Hand und
lässt erschrocken wieder los. Erneut fällt sie rückwärts auf den Rasen.
Jasmin: »Hättest Du dir nicht die Hände waschen können, bevor du
mich, die künftige Prinzessin, anfasst? Ich habe königliches Blut in
mir, schon bald.«
Jessica sieht sich um und betrachtet ihre Mutter Griselda, wie sie
an dem Apfelbaum hochspringt, auf dem die Tauben sitzen. Jessica
ruft ihr zu: »So bekommst du die nie zu fassen. Nimm doch eine
Leiter. – Wieso jagst Du Tauben mit der bloßen Hand? Was ist nur in
euch gefahren? Seid ihr toll?«
Jasmin steht auf, doch eine der Tauben startet erneut einen Angriff
auf sie und fliegt sie direkt an. Jasmin hält sich die Hände vors
Gesicht und rennt ins Haus. Griselda ruft zu Jessica: »Halte die Taube,
das ist die, mit der Einladungskarte.«
Jessica schüttelt den Kopf und geht ebenfalls zurück ins Haus. Sie
sagt: »Verrückt. Alle verrückt.«
Kapitel 2
Cinderella sitzt im Wald in ihrem Baumhaus. Neben ihr auf dem
Ast sitzen die Tauben. Cinderella betrachtet die Einladungskarte in
ihrer Hand. Sie sagt: »Vielen Dank. Eine Einladungskarte für den
Schlossball habe ich nun. Doch woher nehme ich ein schönes Kleid
und Schmuck? Auch Schuhe habe ich keine, die passend und würdig
wären für solch einen Ball. Ich selber bin nicht würdig für solch einen
Ball.«
Eine der Tauben sagt: »Gurr, Gurr.«
Cinderella: »Wie kommt es, dass ihr gestern mit meiner Stiefmutter
und meinen Stiefschwestern geredet habt, richtig geredet mit
Worten? Ganz deutlich war es zu hören. Sie glauben immer noch
es war ein Trick von mir. Als ob ich eine Bauchrednerin wäre. Ich
habe nichts gelernt. Doch: jagen kann ich, schießen mit Pfeil und Bogen.
Das hat mir mein Vater beigebracht. Damals in den glücklichen
Tagen. Auch kämpfen kann ich mit dem Holzstock und mit dem
Schwert. Das hat mir der Stallbursche beigebracht: Tim, ein netter
Kerl. Oft haben sie ihn gescholten dafür, dass er mit mir gesprochen
hat. Warum nur kann mich meine Stiefmutter nicht leiden? Soviel
Fragen – und ihr bleibt auf einmal nur bei eurem Gurr, Gurr? Einige
klärende Worte wären hilfreich.«
Eine Taube sagt: »Du hast uns gefüttert und zu uns gesprochen
schon oft. Wir Tauben vergessen so etwas nicht. Darum halten wir zu
dir, weil wir dich mögen und deine Gesellschaft schätzen. Großes hat
das Schicksal mir dir vor. Denke nicht klein von dir. Sind das Wort,
die dir guttun?«
Die Taube hüpft auf ihren Schoß und betrachtet Cinderella mit
wachem Blick. Cinderella: »Ich fühle mich wie im Märchen, wo auf
einmal seltsame, unerhörte Dinge geschehen. Dinge, die es nicht geben
dürfte. Tauben können nicht sprechen. Oder zumindest nur die
Tauben-Sprache.«
Die Taube sagt: »Wir haben es von dir gelernt. So viel Stunden
hast du zu uns geredet, da wurden wir neugierig, was du uns zu erzählen
hast. So lernten wir aus Neugierde deine Sprache.«
Eine andere Taube kommt hinzugeflogen. Sie landet auf dem Knie
von Cinderella und sagt: »Ein schönes Baumhaus hast du hier. Hoch
über dem Boden des Waldes wiegt es sich mit dem Wipfel im Wind.
Hast du noch einige Brotkrumen und Körner? Ich sehe da in der Ecke
einige Dosen Vogelfutter.«
Cinderella beugt sich hinüber und angelt aus dem Holzregal eine
Dose Vogelfutter. Cinderella: »Das ist Eure Lieblingssorte. Das habe
ich mir gemerkt. Nur zu, bedient euch. Ich sollte eine Gastwirtschaft
aufmachen, nur für Vögel. Die sind eine nette Gesellschaft und gute
Gäste.«
Sie schüttet die Körner in eine Schale. Cinderella: »Bedient
euch.«
Eine Taube sagt: »Wir sind keine guten Gäste. Wir zahlen nicht.
Mit uns würdest du arm werden in deiner Gastwirtschaft.«
Cinderella: »Ihr macht mich reich durch eure Gesellschaft und
durch eure Nähe. Wenn man seine Not jemandem erzählen kann,
dann ist die Not schon nur noch halb so schlimm.«
Eine Taube sagt: »Ja, es stimmt, geduldig sind wir. Geduldig haben
wir dir zugehört und wussten zwar keinen Rat, doch unsere Aufmerksamkeit
– die hast du gehabt. Wir merken es, wenn es jemand
gut meint mit uns und mit der Welt. Doch dir fehlt vieles, was es
dir ermöglicht im Guten zu wirken, Gutes zu tun. Es genügt nicht,
nur gute Gedanken zu haben. Wie willst du wirken ohne Geld, ohne
Güter? Wem willst du helfen nur mit deiner Ratlosigkeit und deiner
Not? Werde innerlich reich und reicher, dann wirst du bald reich sein
auch äußerlich: Geld wirst du haben und kannst kaufen Vogelfutter
jede Menge. Und geben den Bedürftigen. Doch vorerst bist du selbst
bedürftig. Darum haben wir uns erlaubt dir jemanden mitzubringen.
Eine professionelle Hilfe. Jemand, der sich auskennt mit Problemen.
Gestatten: die Fee Esmeralda.«
Ein Lichtblitz erhellt das Baumhaus und vor Cinderella sitzt eine
Fee. Die Fee sagt: »Dass ich eine Fee bin, kannst Du an meinem
Zauberstab
erkennen und an meiner ungewöhnlichen Kleidung. Wer
sonst liefe heutzutage mit solch unmöglichen Kleidern umher? Die
waren modern vor Hunderten von Jahren. Und genau damals habe
ich sie auch gekauft. Es gab Mengenrabatt: ich habe gleich ein ganzes
Dutzend dieser Kleider gekauft. In jeder Regenbogenfarbe besitze ich
sie nun. Gefällt dir dieses Blau? Ist es nicht zu aufdringlich?«
Cinderella sagt zu der Fee: »Ich fantasiere. So weit ist es gekommen
mit meiner Einsamkeit. Sprechende Tauben und eine gute Fee.
Du bist doch gut? Wäre besser, wieso sollte ich auch eine böse Fee
herbei fantasieren? Was brächte mir das? Was bringt mir eine gute
Fee, eine irreale, eine ausgedachte? Ich bin ein armes Geschöpf, dass
ich es nötig habe, mich zu flüchten in Tagträumereien.«
Die Fee sagt: »Ich heiße, wie gesagt, Esmeralda. Und ich bin kein
Tagtraum. Das wüsste ich. Ich helfe gut und ich helfe gern. Aber
nimm mich bitte für das, was ich bin: ich bin real. Bin echt. Dieses
gleißende Leuchten um mich herum ist doch sehr stimmungsvoll.
Von mir geht ein märchenhafter Zauber aus. Das sagen alle.«
Eine Taube sagt: »Ja, das stimmt. Sehr weihevoll. Aber das ist nicht
das Wichtigste. Du hast Cinderella doch gewiss etwas mitgebracht.
Etwas Nützliches. Oder soll sie gleichfalls mit einem glitzernden
Leuchten den Prinzen beeindrucken? So wird das nichts. Dazu gehört
ein bisschen mehr. Schicke Schuhe und topaktuelle Mode. Nicht
etwas aus deinen vorherigen Jahrhunderten. Hast du so etwas anzubieten?
Zeig mal her.«
Die Fee Esmeralda: »Eine vorlaute Taube hast du da zur Freundin,
Cinderella. Aber gewiss, ich hätte da was für dich. Eine schöne Auswahl
an Kleidern. Garantiert ungetragen und sehr effektvoll.«
Eine Taube sagt: »Haben die auch einen weiten Ausschnitt? Ich
habe gehört, das tragen die Hofdamen zur Zeit und das wird gern
gesehen von den Rittern und den Kavalieren.«
Cinderella lacht. Die Fee Esmeralda sagt: »Ich habe nur züchtige
Mode. Ganz sittsam. Aber zur Anprobe müssten wir hinaus aus diesem
Baumhaus. Dafür ist es hier zu eng.«
Cinderella: »Bevor ich irgendwo hin gehe, brauche ich Beweise.
Beweise dafür, dass ich nicht plemplem bin und wahrhaftig eine Fee
mit mir spricht. Anderenfalls betrachte ich dieses Gespräch als beendet.
Ich habe schon ohnehin genug Probleme. Da muss ich nicht auch
noch eine Fantasie-Fee haben. Dann höre ich gar nicht hin, was Du
mir erzählst. Ich will nicht unhöflich sein, aber …«
Die Fee seufzt und sagt: »Bin ich denn wirklich so unwirklich?
Lass das Märchenhafte in deine Welt. Vielleicht bist auch Du nur
eine Märchenfigur in einem großen Märchenwald. Und trotzdem
brauchst du schöne Kleider für den Schlossball. Denn mehrere Tage
dauert das Fest und der Prinz will sich seine künftige Braut aussuchen
dort.«
Cinderella: »Ich kenne den Prinzen. Ich bin ihm des Öfteren begegnet
hier im Wald. Auf der Jagd.«
Die Fee: »Schau an. Sieht aus, als bräuchtest du meine Hilfe gar
nicht. Machst Fortschritte auch ohne mich. Wie waren Eure Begegnungen?«
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